Goethe-Annalen: 1819

Der Denker-Club. Karikatur der Karlsbader Beschlüsse (1819), © Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Stürmisch ist das Jahr 1819. Am 23. März erdolcht der Jenaer Student Carl Ludwig Sand den Schriftsteller und Diplomaten August von Kotzebue. In Weimar trifft die Nachricht am selben Tag ein, an dem Staatsminister Voigt beerdigt wird. Terrorfurcht ergreift die Gesellschaft: Als sich ein auffälliger Gießener Student anmeldet, warnt man Goethe davor, ihn zu empfangen. Dabei sieht dieser in Kotzebues Tod eine Art Gericht. Im Herbst geht eine Welle antijüdischer Ausschreitungen durchs Land. Da hatten die Vormächte des Deutschen Bundes längst die Beschlüsse von Karlsbad gefasst, in den Wochen, als Goethe sich dort aufhielt. Gerade war überall sein 70. Geburtstag gefeiert worden, sein ‚Divan‘ erscheint, das jugendliche Meisterwerk eines alten Mannes. Die neuen Pressegesetze führen zu einem Verbot des ‚Egmont‘ – zu viel von Freiheit ist darin die Rede, dabei enthielt der ‚Divan‘ eine kühne Verteidigung der Despotie. Zu Jahresbeginn hatte Goethe anerkennend Schopenhauer gelesen, im Frühjahr zarte Briefe an Marianne von Willemer geschrieben. Trotzige Ergänzungen zum ‚Divan‘ liegen schon bereit: „Hätt Allah mich bestimmt zum Wurm / So hätt‘ er mich als Wurm geschaffen.“ Es gibt viel zu besprechen im Goethe-Jahr 1819.
Daten der Veranstaltung
| Referent/in |
Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken Prof. Dr. Ernst Osterkamp Gustav Seibt |
| Veranstaltungsort | Arkadensaal |
| Termin |
09.04.2019 von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr |
| max. Teilnehmerzahl | Die Zahl der Teilnehmer an dieser Veranstaltung ist nicht begrenzt. |
| Veranstaltungskosten | 4,00 € (Mitglieder) |
| 8,00 € (Gäste) | |
| Kontakt | Frau Frank |
| anmeldung@goethehaus-frankfurt.de | |
| Telefon: | 069 / 13880-0 |
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