Liberalismus als Opposition - Ludwig Geigers Verbindung von Humanismus und Judentum.

Vortrag und Gespräch anlässlich des 100. Todesjahres des deutsch-jüdischen Goethe-Philologen

 

Vortag von Andreas Kilcher (ETH Zürich), im Gespräch mit Nadine Meyer (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung)

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Ludwig Geiger, heute vor allem als Begründer der modernen Goethe-Philologie bekannt, war eine Ausnahmegestalt des deutschen Judentums um 1900. Er war ein erklärter Humanist in einem doppelten Sinne: historisch und zeitgenössisch. Zum einen machte er als Philologe den Humanismus von Reuchlin bis Goethe zum Gegenstand zahlreicher historischer Arbeiten, zum zweiten behauptete er als kritischer Zeitgenosse in Zeitschriften wie der Allgemeinen Zeitung des Judentums einen neuen Humanismus, mit dem er der Position des liberalen Judentums um 1900 wesentlich Gestalt verlieh. Das war nicht etwa Opportunismus, vielmehr Opposition. Tatsächlich behauptete er die liberale Position in einem gesellschaftlichen Umfeld, das diese von zwei Seiten her in Frage stellte: einerseits durch den in den Gründerjahren entstandenen modernen Antisemitismus, der die Juden in Deutschland polemisch als die Anderen par excellence demarkierte, andererseits durch den Zionismus, der das Programm des liberalen Judentums mit seinen beiden Grundpfeilern der Emanzipation und der Assimilation gerade angesichts des Antisemitismus als gescheitert erachtete. In diesem Kontext entfaltete Geigers Verbindung von deutscher humanistischer Kultur und jüdischer Moderne seine Widerständigkeit.

In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt

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Daten der Veranstaltung

Referent/in Prof. Dr. Andreas Kilcher
Nadine Meyer
Veranstaltungsort Arkadensaal
Termin 06.06.2019
von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
max. Teilnehmerzahl 190
Veranstaltungskosten Die Veranstaltung ist kostenlos. (Mitglieder des Freien Deutschen Hochstiftes und den Freundesverein des Jüdischen Museums Frankfurt)
  4,00 € (Gäste)
Kontakt Frau Frank
E-Mail anmeldung@goethehaus-frankfurt.de
Telefon: 069 / 13880-0

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