Füsslis Nachtmahr

BEGLEITPROGRAMM

 

  • Dr. Petra Maisak: „Nachtmahre und Elfenreigen. Füsslis Traumbilder“

Vortrag

Eintritt 4 Euro, Mitglieder des Hochstifts frei

28. März 2017, 19 Uhr, Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main

In Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung.

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Johann Heinrich Füssli: Queen Mab, 1814, Öl auf Leinwand
Dauerleihgabe der Sturzenegger-Stiftung, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen

Die Darstellung von Träumen und Visionen durchzieht das gesamte Werk von Johann Heinrich Füssli (1741 – 1825). In Zürich geboren, fand der extravagante Künstler nach einem Italienaufenthalt seine Wahlheimat in London. Dort brachte dem „wild Swiss“ die Ausstellung des „Nachtmahr“-Gemäldes, in dem Schauer und unverhüllte Erotik aufeinandertreffen, einen Sensationserfolg, aber auch einen handfesten Skandal ein. Mehr als jeder andere Künstler seiner Epoche versucht Füssli, das Phänomen des Traums in all seinen Erscheinungsformen auszuloten. Er bevölkert den nächtigen Grenzbereich, den die Traumfee Queen Mab beherrscht, mit Dämonen und Elfen und lässt die Schlafenden im Traum Lust oder Schrecken erleben. Es sind kalkulierte Affekte, denn Füssli legt fast allen seinen Traumbildern literarische Anregungen zugrunde: Unter der Maske der Dichtung wird das Irrationale und Spukhafte, das die Aufklärung verbannt hat, zum bildwürdigen Thema.

 


 

  • „Der Nachtmahr“. Zur intermedialen Faszinationskraft eines Gemäldes

Podiumsgespräch

Prof. Dr. Werner Busch und Prof. Dr. Prof. Dr. Norbert Miller

Eintritt 8 Euro, Mitglieder des Hochstifts 4 Euro

25. April 2017, 19 Uhr, Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main

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© THE MARQUISE OF O – Eric Rohmer / Les Films du Losange - 1976

Es ist kein Zufall, dass das Plakat zu Erik Rohmers Verfilmung von Kleists berühmter Novelle ‚Die Marquise von O.‘ an ein berühmtes Gemälde aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert erinnert, das heute in der Gemäldegalerie des Freien Deutschen Hochstifts hängt. Wie die aktuelle Ausstellung vor Augen führt, hat Johann Heinrich Füsslis Gemälde „Der Nachtmahr“ von der schockierten Reaktion der ersten Betrachter bis heute immer wieder ein lebhaftes Echo ausgelöst und von den Dichtern der Schauerromantik über die Parodisten bis zu den Filmkünstlern des 20. und 21. Jahrhunderts zahlreiche Künstler in seinen Bann gezogen. Was macht dieses Bild zur Ikone? Was löst seine Sogwirkung aus? Was hat es mit der Romantik, was hat es mit uns zu tun? Warum ist gerade dieses Gemälde des Schweizer Malers im kollektiven Bewusstsein verankert?

Über die besondere Qualität dieses Bildes und seine hohe intermediale Attraktivität diskutieren der Kunsthistoriker Werner Busch (FU Berlin), einer der Kuratoren der Ausstellung, und der Literaturhistoriker Norbert Miller (TU Berlin). Das Gespräch wird moderiert von Anne Bohnenkamp-Renken.

 

  • Dr. Gisela Vetter-Liebenow: Nun sag, wie hast du’s mit der Karikatur?

Vortrag

Eintritt 4 Euro, Mitglieder des Hochstifts frei

16. Mai 2017, 19 Uhr, Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main

In Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung.

 

Der Karikaturist.jpgEclipse_19-7-1874.jpg
Ronald Searle (1920–2011): Der Karikaturist, 1991, Tusche/Feder
Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst
André Gill (d. i. Louis Alexandre Gosset de Guines) (1840–1885)
Madame Anastasie, 1874, L'Eclipse, 7. Jg., Nr. 299, 19. Juli 1874 (Titel), Lithografie
Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst

 

Ob in der Tageszeitung, im bunten Magazin, auf der Theaterbühne, im Radio oder im Fernsehen: Karikatur und Satire begegnen uns tagtäglich. Sie halten der Gesellschaft einen Zerrspiegel vor Augen, decken Ungereimtheiten und Missstände auf, legen den Finger in die Wunde. Ihre Aufgabe erfüllen sie mit Spott, Humor, Witz und Ironie – manchmal auch auf Kosten des guten Geschmacks oder einer vermeintlichen ‚Political Correctness‘. Dass das früher nicht anders war, zeigt die Ausstellung „Füsslis Nachtmahr. Traum und Wahnsinn“ anhand zahlreicher historischer Karikaturen, die Variationen des berühmten Nachtmahr-Gemäldes als Vehikel nutzen.

Karikatur und Satire bieten reichlich Zündstoff und stehen immer wieder auch in der Kritik – ob nach dem Anschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ im Januar 2015 oder dem Fall Erdogan gegen Böhmermann im Jahr 2016. Dass diese Kritik Tradition hat, wird im Vortrag ein Blick in die Geschichte der Karikatur zeigen. Gleichzeitig soll herausgearbeitet werden, dass Karikatur und Satire stets auch ein Gradmesser für eine offene, zum Dialog bereite Gesellschaft sind.

Die Kunsthistorikern Gisela Vetter-Liebenow leitet seit 2012 das Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Hannover.
 

 

  • Nachtmahr reloaded. Der Nachtmahr in moderner Pop- und Alternativkultur

Themenabend

Eintritt 10 Euro, Anmeldung erbeten

9. Juni 2017, 19 Uhr, in der Ausstellung

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Szenenbild aus 'Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens' von 1921
Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden

An diesem Abend bieten wir Ihnen eine Sonderführung durch die Ausstellung „Füsslis Nachtmahr. Traum und Wahnsinn“. Der „Nachtmahr“ hat einen unumstößlichen Platz im globalen visuellen Gedächtnis erhalten. Er dient bis heute als figurative und inhaltliche Vorlage für verschiedene Medien, in Filmen und Büchern, von Hollywood bis zu den Independent- oder Underground-Filmen, vom Populärroman bis zur Hochkultur.
In der Sonderführung wird diesem Einfluss von Füsslis berühmtem Gemälde auf die verschiedenen Medien der Pop- und Alternativkultur des 20. und 21. Jahrhunderts nachgegangen, insbesondere im Film.
Im Anschluss an die Führung besteht bei einem Imbiss und Umtrunk, die im Eintrittspreis enthalten sind, Gelegenheit zur Vertiefung des Themas und zum anregenden Austausch.

Aufgrund der begrenzen Teilnehmerzahl bitten wir um Anmeldung unter:
anmeldung@goethehaus-frankfurt.de, 069/13880-0.

 

  • Finissage

„Nacht ist’s in mir!“
Kostümführung mit Katharina Schaaf als Lord Byron

Eintritt frei

18. Juni 2017, 15.00 Uhr, in der Ausstellung

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Katharina Schaaf als Lord Byron

 

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